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Therapie bei Sport- und Freizeitpferden

Erfahrungsbericht

Zur Erhaltung und Steigerung der Kondition bei Sport- und Freizeitpferden sowie der Rehabilitation bei akuten oder chronischen Erkrankungen, nicht nur des Bewegungsapparates, ist der Einsatz der klassischen Magnetfeldtherapie unbestritten. Unter suchungen aus dem Bereich der Kleintiermedizin zeigen, dass die Durchblutung gesteigert und die Zellatmung verbessert wird [1]. Im Folgenden wird anhand von Fallbeispielen die Praktikabilität eines fest installierten, auf MRS-basierenden Magnetfeldsystems in einem Reit- und Zuchtbetrieb vorgestellt. Das erste Fallbeispiel beleuchtet die Ergebnisse einer längeren Therapie bei einem an diversen Gelenkblockaden leidenden 12-jährigen Friesenwallach. Das zweite Beispiel beschreibt die Situation einer 16-jährigen Warmblutstute nach Belastungsrehe, in deren Folge Kronrandabszesse auftraten und insbesondere Ödeme und Schwellungen im Bereich der Hinterhand hochgradige Lahmheit verursachten. Die Behebung von Rittigkeitsproblemen eines 14-jährigen Hannoveraner-Tersker-Pferdes durch die MRS-Therapie wird im dritten Fallbeispiel beschrieben.

In all diesen Fällen wurde das VITA-horse System aus dem Hause vita-life® eingesetzt. Grundlage des Systems ist die Magnetresonanztherapie, die von dem Gedanken ausgeht, dass die verschiedenen Zelltypen spezifisch wie tageszeitlich unterschiedlich schwingen und durch gezielte, zeitlich begrenzte Frequenzänderungen therapeutisch zu beeinflussen sind [1]. Dieses stationär im Stall oder separatem Raum zu installierende Magnetfeld-System ist für die Ganzkörperbehandlung konzipiert und eignet sich zur mehrmaligen täglichen Konditionierung. Dazu werden die hängenden Magnetmatten, die in Nord-Süd-Richtung montiert sind, einfach auseinandergezogen, das Pferd dazwischen gestellt, die Matten zusammengeschoben, das entsprechende Programm an der Steuereinheit ausgewählt, somit Behandlungszeit und Flussdichte gewählt, und die Therapie gestartet. Die Behandlung ist schnell durchführbar und lässt sich als Modul bequem in die tägliche Gymnastizierung des Pferdepatienten einbauen. Es stehen neun verschiedene Programme mit unterschiedlichen Behandlungszeiten und Magnet-Flussdichten zur Verfügung, die je nach Bedarf individuell eingestellt werden können. In unserem Fall wurde der Behandlungsraum außerdem mit Gummimatten ausgelegt, die ein angenehmes Betreten ermöglichen und für entspannte Atmosphäre sorgen.

Was ist Magnetresonanzstimulation? [2]

Die Magnetresonanzstimulation ist zwischenzeitlich zu einer anerkannten energetischen Therapieform geworden, wenn es um die unterstützende Therapie bei Krankheiten, Verletzungen, nach Operationen oder um unkomplizierte Leistungsoptimierung geht. Es werden pulsierende elektromagnetische Felder generiert, die Einfluss auf das Leistungspotential bestimmter Körperzellen nehmen können. Therapeutische Magnetfelder beeinflussen beispielsweise den Ionenfluss an der Zellmembran positiv, was u.a. eine Verbesserung des Energiehaushaltes und eine Reaktivierung funktionsmüder Zellen zur Folge hat. Durch die Stimulation kann eine Verbesserung der Sauerstoffutilisation erzielt werden, der Metabolismus wird forciert, und die Durchblutung kann gesteigert werden. Mögliche Indikationen im Pferdebereich sind daher:

- Gesundheitsprophylaxe und allgemeiner Leistungsaufbau durch Aktivierung von Stoffwechselvorgängen
- Steigerung von Durchblutung und Beschleunigung des Lymphabflusses
- Verkürzung der Aufwärmphase
- Lockerung der gesamten Muskulatur
- Linderung bei Ödemen (chronische Phlegmone, Elephantiasis)
- Unterstützende Behandlung von Wundheilungsprozessen, Frakturen und arthrotischen Prozessen
- Entspannungstraining für nervöse und sensible Pferde vor und nach Training und Wettkampf
- Zur begleitenden therapeutischen Behandlung von Schmerz unterschiedlichster Genese (z. B. Kolik)

Die Auswahl der einzelnen Programme [2]

Es stehen insgesamt neun unterschiedliche Behandlungsprogramme zur Verfügung, die mittels Steuergerät ausgewählt werden können. Das Gerät verwendet eine upgradefähige Betriebssoftware, und mittels Chipkarte werden die Programme eingelesen. Neben dem Gamaschen Applikator, der zur konzentrierten Behandlung von Karpalgelenk, Röhrbein, Fessel und distal gelegenen Strukturen dient, sind der Rückenapplikator für Turniere in Verbindung mit dem Steuergerät und der Stabapplikator zur Hufbehandlung optional. Neben den Basisprogrammen, die sich am Biorhythmus (Vor-, Nachmittag, Abend) orientieren und verhältnismäßig wenig Therapiezeit benötigen, gibt es auch zahlreiche Spezialprogramme, wie beispielsweise die lokalen Anwendungen mit dem equifield® VET-Gamaschen-Applikator mit Homogenfeld. Aktivierungs-, Kraft- und Konditionsprogramme orientieren sich an der jeweiligen Zielsetzung: Vorbereitung des Organismus auf Belastung bei Wettkämpfen, Kraft für intensive, kurzfristige Belastbarkeit und Kondition für Ausdauerleistung. Das letztgenannte Therapiemodul lässt sich hervorragend mit dem Kapillarisationsprogramm kombinieren, welches für bessere Muskeldurchblutung sorgt. Am Ende jeder Trainingseinheit sollte das Regenerationsprogramm stehen, das insbesondere für die Mobilisation von Stoffwechselprodukten sorgt und Mikroläsionen in der Muskulatur minimiert.

[1] Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze, M. Kasper, A. Zohmann, Sonntag, Stuttgart, 2011)
[2] VitAHorse Bedienungsanleitung, Vita life Handels GmbH, TSC Europe, 2011

Foto: © Dr. Andrea Junker-Buchheit

HKP 4 / 2012

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe HKP 4 / 2012.
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