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Wie lese ich eine BWA?

Wer kennt sie nicht, die DIN-A4-Blätter mit den vielen Zahlen, die der Steuerberater jeden Monat zusammen mit den Buchhaltungsordnern liefert? Und was tut der wohl erzogene Tierarzt? Er heftet sie ab.

Auf die Frage des Steuerberaters: „Haben Sie sich Ihre Zahlen angeschaut?“ folgt in der Regel die etwas verschämte Antwort „noch keine Zeit gehabt“ oder „kann ich nichts mit anfangen“.
Das käme in etwa der folgenden Situation gleich: die Laborergebnisse des Pointer- Rüden kommen herein und werden – ohne Kenntnisnahme – in der Patientenakte abgelegt.
Wir sind uns einig – das ist nicht Sinn einer solchen Auswertung.

Nur: Das Lesen der Laborergebnisse hat der Tierarzt gelernt, das Lesen einer BWA nicht. Und doch sind diese Zahlen ein wichtiges Instrument, um den „Gesundheitsstatus“ einer Praxis zu beurteilen. Sie liefern bereits frühzeitig Hinweise, bevor Krisensituationen entstehen, sind also eine Art „Frühwarnsystem“. Und der Erfolg der eigenen Praxis lässt sich gut messen mit dem Erfolg ähnlich gelagerter Praxen (externer Betriebsvergleich).
BWA – das bedeutet „betriebswirtschaftliche Auswertung“ und gibt Aufschluss über die Einnahme- und Kostensituation der Praxis. Zusammen mit der BWA sollte auch die Summen- und Saldenliste – Susa – geliefert werden. Denn in der BWA sind die Einnahmen und Ausgaben gerafft dargestellt, in der Susa ist kumuliert für den Monat bzw. das Jahr jedes einzelne Einnahmen- und Ausgabenkonto gelistet.
Die wesentlichen Einnahme- und Kostenblöcke werden kumuliert dargestellt und zwar sowohl für den betreffenden Monat (hier der Dezember) sowie kumuliert (alle Monate des Jahres (hier Januar bis Dezember).
Die %-Zahlen geben Aufschluss über das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen. Im Beispiel beträgt der Anteil des Praxisbedarfs im Monat Dezember 21,16% der Einnahmen, im gesamten Jahr 26,8%. Die Personalkosten sind mit 21,51% im Dezember höher als aufs Jahr gesehen (17,22%). Die Ursachen hierfür können vielfältig sein: Zahlung von Weihnachtsgeld, Einstellung eines neuen Azubis oder eines neuen Assistenten im Herbst.
So kann – wie bei der Auswertung von Laborergebnissen - jeder einzelne Kostenfaktor analysiert werden. Die Abweichungen sind zu identifizieren, dann zu werten als z. B. normale periodisch wiederkehrende Abweichung (Feiertage, Ferien etc.), besondere Abweichungen (krankheitsbedingter Ausfall eines Gesellschafters und deshalb zusätzliche Beschäftigung eines Assistenten) oder ...oder...oder.

Ist die Ursache identifiziert, können Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet werden.
Bezüglich der Einnahmen wird häufig über den Steuerberater keine weitere Aufschlüsselung vorgenommen, weil die EDVSysteme hier aussagekräftige Daten liefern. Aber auch hier gilt: Nur die regelmäßige Beschäftigung mit den Auswertungen lässt früh-/rechtzeitige Gestaltungen zu.
Wer sich einen Überblick über die Entwicklung des Jahres verschaffen will, sollte die Jahresübersicht wählen. Saisonale Schwankungen, nur jährlich entstehende Kosten (wie z. B. Versicherungen) sind übersichtlich dargestellt.

Für alle Auswertungen gilt: Die regelmäßige Beschäftigung mit den eigenen Zahlen ist die Pflicht eines jeden Praxisinhabers. Die BWA zeigt die Rentabilität der Praxis und ist eines der wichtigsten Steuerungsinstrumente für dauerhaften Erfolg.
Und wenn Sie Ihre Auswertungen nicht ad hoc verstehen – sprechen Sie einen/Ihren Steuerberater an – als Spezialist für Ihren Berufsstand ist er der kompetente Adressat, so wie Sie es für die Patientenbesitzer sind.

info@passmann-gmbh.de

HKP 3 / 2009

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe HKP 3 / 2009.
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Dr. Birte Reinhold, ICHTHYOL-GESELLSCHAFT
„Endlich hat sich hundkatzepferd zum Fachmagazin für den Tierarzt entwickelt. In der Ausgabe 03/12 fielen neben informativen Neuigkeiten aus dem Praxisbereich und den lustigen Nachrichten aus der Tierwelt viele anspruchsvolle und praxisrelevante Fachartikel in einem ungewöhnlich anschaulichen und erfrischenden Design auf. Auch ein Fachmagazin kann unterhaltsam sein und taugt somit auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zur Feierabendlektüre im Gartenstuhl. Gefällt mir!“
Prof. Dr. Arwid Daugschies, Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät – VMF
„hundkatzepferd serviert dem Leser den aktuellen Wissensstand in leicht verdaulicher Form. In Zeiten einer erdrückenden Informationsflut tut es gut, wenn solides Wissen auch in erfrischend entspannter Art angeboten wird.“
Dr. Anja Stahn ( Leitung der Geschäftseinheit VET in Europa und Middle East bei der Alere )
Die hundkatzepferd begleitet mich nun schon seit einigen Jahren. Nach wie vor begeistern mich
die Aufmachung, der fachliche und informative Inhalt sowie und die beeindruckenden Fotos des
Fachmagazins. Ganz deutlich ist seit einigen Monaten eine noch stärkere Ausrichtung auf die Belange
und Interessen der Tierärzteschaft zu erkennen. Dies ist sehr erfreulich. Das Magazin gehört in jede
Praxis und sollte unterhaltsame „Pflichtlektüre“ für das ganze Praxisteam sein.